2.4.1 Quantitative Analyse der DNA-Fragmente

Würdest du dem Augenmaß eines Laboranten beim Vergleich der Bandenmuster trauen, wenn du vor Gericht stündest, oder würdest du auf eine genauere Analyse bestehen?

Um beim Vergleich der Tatort-DNA und der DNA der Verdächtigen die größtmögliche Genauigkeit zu erzielen, muss außer dem augenscheinlichen auch ein quantitativer Vergleich der Fragmentgröße gemacht werden.

1. Mit einem Lineal wird die zurückgelegte Strecke jeder Bande gemessen (in mm). Gemessen wird von der Mitte jedes Startslots bis zur Mitte jeder DNA-Bande. Die Werte werden in die Tabelle im Anhang eingetragen.

2. Um die Fragmentgröße ungefähr zu bestimmen, wird mit Hilfe der Daten des Längenmarkers

(Strecke = x-Achse; Fragmentgröße = y-Achse; der Längenmarker ist DNA eines Virus (l-Phage), die mit HindIII geschnitten wurde. Die Basensequenz des Virus ist genau bekannt und somit auch alle möglichen Schnittstellen des Restriktionsenzyms HindIII. Wir wissen daher genau, wie groß die DNA-Fragmente sind und wie viel entstehen.

eine Eichkurve wie folgt erstellt: Trage die Werte der Banden 1-6 in je ein Koordinatensystem auf halblogarithmischem und linearem Papier ein (Anhang). Danach werden die Punkte verbunden.

3. Welche graphische Darstellung (linear oder halblogarithmisch) sollte deiner Meinung nach bei der Analyse verwendet werden? Warum ist deiner Meinung nach diese graphische Darstellung eher geeignet?

4. Die Streckenlängen werden nun auf der x-Achse eingetragen und die Fragmentgröße anhand der Eichkurve an der y-Achse abgelesen, um die Fragmentgrößen der DNA-Proben abschätzen zu können. Die Werte werden auch in der Tabelle eingetragen.


2.4.2 Interpretation der Ergebnisse 

a) Was wollen wir feststellen? Wiederhole noch einmal die Ausgangsfragestellung.

Wir wollen herausfinden, welche Verdächtigen - DNA mit der Täter - DNA identisch ist.

 

b) Welche der DNA-Proben wurde fragmentiert? Wie würde das Gel aussehen, wenn die DNA nicht fragmentiert wäre?

Es wurden alle DNA-Proben fragmentiert. Voraussetzung hierfür ist, dass die DNA - Stränge eine Erkennungssequenz für das Restriktionsenzym besitzen.

 

c) Vergleiche jetzt die Fragmentgrößen der DNA der Verdächtigen mit denen der Tatort DNA. Gibt es einen Verdächtigen, dessen Fragmente mit den Tatortfragmenten annähernd übereinstimmen?

????


2.5 Anhang 

1. Tabelle  Fragment-Größe (bp) Strecke (mm)

Standartlängenmarker Tatort V1 V2 V3 V4

Strecke(mm)

Fragment

grösse(bp)

(mm)

(bp)

(mm)

(bp)

(mm)

(bp)

(mm)

(bp)

(mm)

(bp)

11,5

23130

14,5

9416

17

6557

20,5

4361

27

2322

28,5

2027

 

2.5.1 Graphpapier (halblogarithmisch und linear)


2.5.2 Fragen zur Wiederholung 

 

 

 

Die folgende Abbildung repräsentiert ein DNA-Molekül, welches mit HindIII bei jeder der angezeigten Positionen geschnitten wurde. Die Nummern stehen für die Anzahl der Basenpaare in jedem Fragment.

4042                    12130                                    6557                9416            4361            3952

Die Fragmente des Standardlängenmarkers in bp: 8361, 6000, 5500, 5000, 4500, 4000,

Beschrifte jede Bande mit der Basenpaaranzahl. 


2.5.3  Andere Beispiele von Anwendungsmöglichkeiten des DNA Fingerprinting

In diesem Original Fingerprint wurden je 5µg DNA von Vater, Tochter, Mutter und Großmutter mit dem Restriktionsenzym Hinf I gespalten und elektrophoretisch aufgetrennt.

 

Das Bandenmuster zeigt, dass alle Banden des Kindes auf väterliche und mütterliche Banden zurückzuführen sind, d.h., die Vaterschaft ist erwiesen.

 

M= Marker-DNA; A-P bezeichnen die einzelnen Banden des Markers, die bestimmten Fragmentgrößen entsprechen.

(Abbildung aus IBELGAUFTS, H. 1990, S. 144)